Kulturnihilismus

Unter dem Begriff des Kulturnihilismus subsummieren sich sämtliche ältere und neue Ideologien, die danach trachten, Altbewährtes, Tradition, Geschichte, Kultur, nationale Staatsordnungen und ethnische Identitäten zu diskreditieren und/oder abzuschaffen. Aktuelle Beispiele für kulturnihilistische Bestrebungen sind Globalismus, Multikulturalismus und Gendermainstream. Gemein haben alle diese Ausprägungen, dass sie auf eine kollektive Entwurzelung der Menschen aus ihren angestammten und tradierten Strukturen abzielen (vgl. die Kulturrevolution im kommunistischen China zw. 1966 und 1976). Ebenfalls okkupieren diese Ideologien allesamt die Deutungshoheit über zentrale soziale und kulturelle Begrifflichkeiten und versuchen diese, im Sinne des eigenen herrschaftlichen Weltbildes neu zu besetzen. Eine zentrale Kategorie bildet hierbei die Moral, welche zweckentfremdet und pervertiert die jeweils eigene begriffliche Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs zementieren soll. Unter einer „Gut-Böse-Bestimmung“ moralischer Akzentuierung sollen Diskursgegner bereits in der Öffentlichkeit diffamiert und mundtot gemacht werden. Hierzu bedienen sich die Akteure nihilistischer Weltanschauungen oftmals solcher Definitionen wie „rechts“, „Rechtspopulismus“, „rechtsextrem“ oder pauschal der Bezeichnung als „Nazis“.

In Deutschland erlebte der kulturelle Nihilismus einen nie dagewesenen Aufstieg durch die 68er-Bewegung und die Frankfurter Schule, wodurch er sich, getragen vom Marsch durch die Institutionen, bis in die Gegenwart hinein in allen wesentlichen Bereichen des öffentlichen Lebens und der Politik festsetzen konnte. Mittels dieser strategischen Subversion wurden essentielle Bereiche wie Bildung, Kunst, Kultur, Politik und Medien durchdrungen. Oftmals vermischen sich nihilistische Ideologeme aufgrund weltanschaulicher und motivisch gemeinsamer Nenner zu einem ideologischen Konglomerat. Gemeinhin sind die einzelnen Elemente jedoch in der Regel auf einen Internationalismus ausgerichtet.